Ziele des VLG e.V.

 
Der Verein will im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und Völkerverständigung eine integrierte Landwirtschaft fördern unter Berücksichtigung der wichtigsten gesellschaftlichen Säulen – Bildung, Wirtschaft, Geschichte und Kultur. Ausgehend von bestehenden landwirtschaftlichen Möglichkeiten, von sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen, sollen Bauern und Jugendliche unter Berücksichtigung ökologischer Faktoren an die moderne Landwirtschaft herangeführt werden. Traditionell ruhte die Wirtschaft auf folgenden Säulen: Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht), Handwerk und Handel. Die traditionellen Erfahrungen und Kenntnisse darüber sollen berücksichtigt und weiterentwickelt werden.
 
Es werden zunächst Pilotprojekte aufgebaut, die als Beispiel und Anreiz für individuelle und gemeinschaftliche Initiativen dienen. Grundlage für die Auswahl der Projekte sind die vorhandenen Strukturen, die, wie in Afrika üblich, gemeinschaftlicher Art sind. Davon ausgehend, sollen zunächst Projekte an zwei Orten in der Region Futa Jaloo gefördert werden:
 
1. In der Region Soumbalako nahe der Stadt Mamou (etwa 300 km nordöstlich von Conakry) soll ein 18 Hektar großes, brach liegendes Areal mit Reis und in der Nachsaison mit Maniok oder Zwiebeln bebaut werden. Dafür werden Zug-ochsenpaare, Pflüge und andere landwirtschaftliche Geräte sowie Saatgut und Dünger benötigt. Außerdem sollen Ställe für die Viehzucht gebaut werden. Das Projekt soll so angelegt werden, dass alle Beteiligten Gewinn aus den Ernteerträgen erzielen. Die Anfangsinvestitionen müssen vorfinanziert werden.
 
2. Im Dorf Bantiguel nahe der Stadt Pita, ca. 120 km nördlich von der Stadt Mamou, soll die Möglichkeit eruiert werden, die bestehende Schule auszubauen und nach deutschem Muster der dualen Bildung in die landwirtschaftliche Tätigkeit zu integrieren. Im Gartengelände der Schule könnten Gemüse (Zwiebeln, Bohnen, Karotten, Küchenkräuter) zur eigenen wie zur regionalen Versorgung angebaut und auf dem örtlichen Markt verkauft werden. In der gleichen Region sollen Felder gepachtet werden, die mit Reis und auch mit Gemüse bebaut werden können. Die Anfangsinvestitionen sind ähnlich wie am ersten Standort.
 
An beiden Standorten (Soumbalako und Bantiguel) müssen die Brunnen ausgebaut und kleine Bewässerungsanlagen angelegt werden, um die Trockenzeiten zu überbrücken. Zusätzlich sollen kleine Wiederaufforstungsmaßnahmen durchgeführt werden. Für die Einbindung der Schule in die bestehenden wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen müssen noch Curricula und praktische Strategien erarbeitet werden.
 
Zusammenfassung
 
Ansatz der Zielsetzung des Vereins ist die Unterstützung innovativer und nachhaltiger Entwicklung. Der Verein hat auch das Ziel, die Landflucht aufzuhalten, die schon in die Städte abgewanderte Jugend des Landes wieder für die Landwirtschaft zu gewinnen und dadurch auch die Flucht nach Europa, zumal nach Deutschland einzuschränken. Dies soll in Kooperation mit der örtlichen Verwaltung durchgeführt werden. Möglichkeiten der wechselseitigen Befruchtung zwischen traditionellen und modernen Strukturen sollen in einem innovativen dualen Bildungsprogramm entstehen. Dabei kann an noch vorhandene kooperative Strukturen angeknüpft werden. Formen gegenseitiger Hilfe können dabei wiederbelebt und organisiert werden.
 
In seiner Zielsetzung will der Verein Bildung und Kultur verbinden. Dies gilt auch im Kontakt zwischen den Mitarbeitern vor Ort und den in der BRD ansässigen Organisationen. Es ist geplant, zu Beginn in einem Seminar vor Ort (evtl. in der zentral gelegenen Region Dalaba im Futa Jaloo) in die Projektziele einzuführen, wobei das Wissenskapital der Menschen vor Ort ins Bewusstsein zu rufen ist und dadurch gestärkt werden kann. Dabei wird besonders die Tatsache zu berücksichtigen sein, dass wir es mit zwei unterschiedlichen Denk- und Sichtweisen zu tun haben, nämlich mit der ganzheitlichen, d.h. traditionell afrikanischen und der sektoriellen, d.h. europäisch modernen – sowohl auf der praktischen wie der theoretischen Ebene. Gegenseitiges Lernen ist nur optimal möglich, wenn für gemeinsam anerkannte, bestehende Probleme Lösungen gesucht und gefunden werden. Des weiteren wird am Anfang die unterschiedliche Bedeutung und Bewertung von Institutionen und persönlichen Beziehungen zu diskutieren sein. Gegenseitiges Lernen als Beitrag zur Völkerverständigung ist ein Hauptanliegen dieses Begegnungs- und Lernprojektes im landwirtschaftlichen Bereich, das auch Ausbildungsprogramme auf den Gebieten der Vermarktung und moderner Infrastruktur enthalten wird. Arbeitsplätze können geschaffen werden, die Ernährungssituation verbessert, der Landflucht entgegengewirkt werden.